DATADOOM
Startseite Alle Checks

Streaming & Musik

Spotify Datenschutz

Was du über Spotify und deine Daten wissen solltest — verständlich erklärt, mit konkreten Handlungsschritten.

Gezeichnetes Smartphone mit Herz-Symbol

Was ist das Risiko konkret?

Erstellt detaillierte Hörprofile, teilt Daten mit Werbepartnern. Patent für Stimm- und Emotions-Analyse (eingereicht 2018, erteilt Jan. 2021) — ob aktiv eingesetzt, ist öffentlich nicht bestätigt.

Rechtsgrundlage (DSGVO)

Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung) für den Streaming-Dienst; Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Einwilligung) für personalisierte Werbung und erweiterte Analyse; Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse) für Produktverbesserung und Sicherheit. Verantwortlicher: Spotify AB, Regeringsgatan 19, 111 53 Stockholm, Schweden.

Drittländer-Transfer

US-Transfer Spotify AB hat Hauptrechenzentren bei Google Cloud (USA) und Amazon AWS (USA). Spotify Inc. (New York) ist für US-Nutzer verantwortlich, hat aber Zugriff auf globale Daten. Über 150 Werbepartner und Datenhändler laut eigenem Datenschutz-Export. SCCs vorhanden, strukturelle US-Behörden-Zugriffe (CLOUD Act) nicht ausgeschlossen. Patent-Risiko Spotify hält seit Januar 2021 ein erteiltes Patent zur Stimm- und Emotions-Analyse aus Audio-Eingaben — ob und wie es eingesetzt wird, ist öffentlich nicht bestätigt. Wichtig aktuell: Die rechtliche Grundlage für solche EU-US-Datentransfers wackelt. Ein US-Gerichtsurteil (Juni 2026) hat der US-Aufsichtsbehörde FTC ihre Unabhängigkeit genommen — genau die Unabhängigkeit, auf der das EU-US-Datenschutzabkommen (Data Privacy Framework) aufgebaut ist. Die EU prüft deshalb gerade, ob das Abkommen noch Bestand haben kann. Es gilt aktuell noch, könnte aber fallen.

Wer bekommt die Daten?

Spotify AB (Schweden, Muttergesellschaft) → Spotify Inc. (USA) → Werbe- und Targeting-Partner (DoubleClick/Google, The Trade Desk, u.a.) → Datenbroker (Nielsen, Comscore) → verbundene App-Entwickler (Drittanbieter-Integrationen via Spotify API) → Behörden auf Anfrage.

Welche Daten werden erhoben?

Hörverlauf (jeder Titel, Zeitpunkt, Dauer, Abbruchpunkt), Suchhistorie, Playlist-Inhalte, Gerätedaten (Modell, OS, IP-Adresse), Standortdaten (grob via IP, fein bei Mobilnutzung), Nutzungsverhalten (Shuffle, Repeat, Likes, Skips), verbundene Drittdienste (Facebook-Login, Fitness-Apps, Smart Speaker), Zahlungsdaten (bei Premium), ggf. Sprachbefehle (Voice-Funktion).

Opt-out / Einschränken

1. Datenschutz-Export anfordern: spotify.com/de/account/privacy → 'Meine Daten herunterladen' → Anfrage stellen. Die ZIP-Datei enthält die vollständige Liste der Drittparteien, mit denen Spotify Daten teilt — lesenswert.\n2. Personalisierte Werbung deaktivieren: spotify.com → Konto → Datenschutzeinstellungen → 'Personalisierte Werbung': aus. 'Verarbeitung für Werbeanalysen': aus.\n3. Drittanbieter-App-Zugriffe entfernen: spotify.com/account/apps → alle verbundenen Apps prüfen, nicht benötigte entfernen (Fitness-Apps, Spiele, Smart Speaker behalten oft dauerhaften Lesezugriff auf Hörverlauf).\n4. Facebook-Verbindung trennen: Konto → Verbundene Apps → Facebook → Trennen.\n5. Playlists exportieren (vor Wechsel): exportify.net → mit Spotify verbinden → CSV exportieren → danach Exportify-Zugriff in Konto → Apps sofort wieder entziehen.\n6. Konto löschen: spotify.com/de/account/privacy → 'Konto löschen' → bestätigen. Abo vorher kündigen. Daten laut Spotify innerhalb 30 Tage gelöscht — bei Drittpartnern bereits geteilte Daten sind nicht rückrufbar.

Quellen

Gezeichnete Türklinke mit Schloss

Was kannst du tun?

TIDAL (Block Inc. — weniger aggressives Profiling). Lokale Musikdateien + VLC oder Navidrome (selbst gehostet). Bandcamp (Direktkauf, seit 2024 wieder unabhängig). Für Podcasts: AntennaPod (Android, Open Source, kein Account, kein Tracking — wie NewPipe für Audio, legal im Play Store).

Was du beim Wechsel verlierst: Discover Weekly und personalisierte Jahresplaylists (Wrapped) — Spotifys Algorithmus ist hier technisch führend. Der komplette Playlist-Verlauf und alle gespeicherten Songs entfallen beim Wechsel, sofern kein Export-Tool (Soundiiz) genutzt wird.
Individuelle Datenschutzanleitung für 200 Dienste
Stand: September 2026 · Bewertungen beziehen sich auf die deutsche bzw. EU-Variante des Dienstes. Datenschutzerklärungen können sich ändern.