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LastPass Datenschutz

Was du über LastPass und deine Daten wissen solltest — verständlich erklärt, mit konkreten Handlungsschritten.

Gezeichnetes Smartphone mit Herz-Symbol

Was ist das Risiko konkret?

LastPass (GoTo Inc., US) wurde 2022 zweifach gehackt — im zweiten Angriff entwendeten Angreifer vollständige Backup-Kopien aller verschlüsselten Passwort-Tresore. Wer ein schwaches oder bekanntes Master-Passwort hatte, ist dauerhaft kompromittiert: die Tresore liegen bei den Angreifern und können offline entschlüsselt werden. LastPass hat den Vorfall monatelang verschleiert und kommunikativ schlecht gehandelt.

Rechtsgrundlage (DSGVO)

Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung). Verantwortlicher: LastPass US, LP, Boston, MA, USA (Tochter von GoTo Technologies). Die britische Datenschutzbehörde ICO verhängte im November 2025 ein Bußgeld gegen LastPass UK Ltd. wegen unzureichender technischer und organisatorischer Maßnahmen — betroffen waren über eine Million UK-Nutzer. In den USA einigte sich LastPass 2025/2026 auf einen Sammelklagenvergleich über 24,5 Mio. USD (finale gerichtliche Anhörung: 14. Juli 2026). EU-Standardvertragsklauseln vorhanden, aber faktische Schutzwirkung nach dem Breach und den behördlichen Feststellungen fragwürdig.

Drittländer-Transfer

Hohes Risiko — Breach 2022, behördlich bestätigt Im August 2022 wurden verschlüsselte Tresordaten sowie unverschlüsselte Metadaten (URLs, Nutzernamen) gestohlen. Angreifer haben die Rohdaten offline geknackt — dokumentierte Kryptowährungs-Diebstähle bei Betroffenen sind Grundlage des laufenden US-Sammelklagenvergleichs (24,5 Mio. USD, davon 16,25 Mio. USD als separater Krypto-Verlust-Fonds). Die britische ICO bestätigte im November 2025 offiziell unzureichende Sicherheitsmaßnahmen. US-Transfer Alle Daten werden in den USA verarbeitet. Kein EU-Rechenzentrum. Mutterkonzern GoTo ebenfalls im selben Breach kompromittiert. Wichtig aktuell: Die rechtliche Grundlage für solche EU-US-Datentransfers wackelt. Ein US-Gerichtsurteil (Juni 2026) hat der US-Aufsichtsbehörde FTC ihre Unabhängigkeit genommen — genau die Unabhängigkeit, auf der das EU-US-Datenschutzabkommen (Data Privacy Framework) aufgebaut ist. Die EU prüft deshalb gerade, ob das Abkommen noch Bestand haben kann. Es gilt aktuell noch, könnte aber fallen.

Wer bekommt die Daten?

LastPass US, LP → GoTo Technologies → AWS US. Zahlungsabwicklung Stripe. Marketing-Daten an Drittanbieter laut Datenschutzrichtlinie. Gestohlene Tresordaten seit Aug. 2022 auch bei unbekannten Angreifern — mehrfach für Offline-Angriffe auf schwache Master-Passwörter genutzt.

Welche Daten werden erhoben?

E-Mail, verschlüsselte Tresordaten, UNVERSCHLÜSSELTE Metadaten (Website-URLs, Nutzernamen, Formularfelder), IP-Adresse, Gerätedaten, Abrechnungsdaten. Kritisch: Die URLs sind im Klartext gespeichert und wurden beim Breach vollständig gestohlen.

Opt-out / Einschränken

Dringende Empfehlung: LastPass verlassen. Migration zu Bitwarden: 1. LastPass → Erweiterte Optionen → Exportieren → CSV exportieren. 2. Bitwarden-Konto anlegen (EU-Server: bitwarden.eu). 3. Bitwarden → Tools → Importieren → LastPass CSV auswählen. 4. Alle Passwörter für kritische Konten (Banking, E-Mail, Social) sofort ändern. 5. LastPass-Konto löschen: Kontoeinstellungen → Mein Konto → Konto löschen. 6. Export-CSV nach dem Import sofort sicher löschen (shred/überschreiben). Betroffen vom Breach 2022? Prüfen, ob eine Benachrichtigung zum US-Sammelklagenvergleich vorliegt — Ansprüche waren bis 2. Juli 2026 einreichbar.

Quellen

Gezeichnete Türklinke mit Schloss

Was kannst du tun?

Sofortwechsel zu Bitwarden (Open Source, kostenlos) oder 1Password (kostenpflichtig, bewährt). Alle Passwörter nach dem Export als kompromittiert behandeln und ändern — beginnend mit E-Mail, Banking, Social Media.

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