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DeepL Datenschutz

Was du über DeepL und deine Daten wissen solltest — verständlich erklärt, mit konkreten Handlungsschritten.

Gezeichnetes Smartphone mit Herz-Symbol

Was ist das Risiko konkret?

DeepL SE (Köln) ist aktuell noch eigenständiges deutsches Unternehmen — aber DeepL hat die Migration auf AWS-Infrastruktur angekündigt. AWS ist ein US-Konzern: CLOUD Act wird dann strukturell anwendbar, auch bei EU-Servern. Im Free-Tarif werden Texte für Modelltraining genutzt.

Rechtsgrundlage (DSGVO)

Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung) für Übersetzungsdienst; Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse) für Qualitätsverbesserung (Free-Tarif). Verantwortlicher: DeepL SE, Maarweg 165, 50825 Köln. DeepL bleibt datenschutzrechtlich Verantwortlicher (Data Controller), hat aber zum 20. September 2026 Amazon Web Services (AWS) als zusätzlichen Unterauftragsverarbeiter in die Datenverarbeitung aufgenommen — die frühere ausschließliche Verarbeitung auf eigenen Servern in Deutschland und Island ist damit beendet. Kunden mussten bis zum 19. September 2026 widersprechen, sonst galt die neue Verarbeitung als akzeptiert; ein Widerspruch kommt faktisch einer Kündigung des Abos gleich (Vertragsende zum Ende der Laufzeit, spätestens Jahresende). Im Pro-Tarif bleibt eine vertragliche Trainings-Ausschlussklausel bestehen.

Drittländer-Transfer

AWS als Unterauftragsverarbeiter (seit 20. September 2026 wirksam) DeepL SE bleibt mit Sitz in Köln der datenschutzrechtlich Verantwortliche, verarbeitet Daten aber nicht mehr ausschließlich auf eigener Infrastruktur. AWS ist als Sub-Prozessor eingebunden; DeepL verweist auf das EU-US Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln als Transfergrundlage sowie auf technische Schutzmaßnahmen (Verschlüsselung, unabhängiges Schlüsselmanagement) und ein optionales „Bring Your Own Key“ (BYOK) für Enterprise-Kunden. Sobald Daten über AWS-Infrastruktur laufen — auch in EU-Regionen — ist der US CLOUD Act strukturell anwendbar, da AWS ein US-Unternehmen ist. Free-Tarif: Text-Nutzung für Training Im kostenlosen Tarif werden eingegebene Texte weiterhin potenziell zur Modellverbesserung genutzt. Der Pro-Tarif schließt Trainingsnutzung weiterhin vertraglich aus, ändert aber nichts an der AWS-Sub-Prozessor-Struktur.

Wer bekommt die Daten?

DeepL SE (Köln, datenschutzrechtlich Verantwortlicher) → Amazon Web Services (USA, Unterauftragsverarbeiter seit September 2026, teils EU-Regionen) → bei Free-Tarif: interne Modellverbesserung → Zahlungsdienstleister (bei Pro-Abo) → Behörden auf Anfrage (deutsches Recht sowie potenziell US-Recht über AWS).

Welche Daten werden erhoben?

Eingegebene Texte (Quell- und Zielsprache, Übersetzungsrichtung), Nutzungsvolumen, IP-Adresse, Gerätedaten, bei Konto: E-Mail-Adresse, Nutzungshistorie, API-Schlüssel (bei Entwicklern), Zahlungsdaten (Pro-Tarif).

Opt-out / Einschränken

1. Widerspruch gegen AWS-Nutzung: War nur bis 19. September 2026 per E-Mail an support@deepl.com möglich — führt faktisch zur Vertragsbeendigung. Für Bestandsnutzer nach diesem Datum nicht mehr separat widersprechbar, nur durch Kontokündigung. 2. Enterprise-Kunden: BYOK (Bring Your Own Key) aktivieren — eigene Verschlüsselungsschlüssel verwalten und bei Bedarf entziehen, wodurch Daten laut DeepL vollständig unzugänglich werden. 3. DeepL Desktop-App: übersetzt für kleinere Textmengen weiterhin lokal — für sensible Kurztexte vorzuziehen. 4. Für hochsensible Dokumente (Verträge, medizinische Unterlagen, interne Kommunikation): DeepL grundsätzlich meiden und europäische On-Premise-Alternativen oder integrierte Übersetzungsmodule in geschützten Datenräumen prüfen. 5. Interne Freigaberichtlinien überprüfen: Unternehmen, die DeepL bisher pauschal für alle internen Dokumente freigegeben hatten, sollten das nach der AWS-Umstellung neu bewerten. 6. Datenauskunft (Art. 15): privacy@deepl.com. 7. Konto löschen: deepl.com → Konto → Einstellungen → Konto löschen.

Quellen

Gezeichnete Türklinke mit Schloss

Was kannst du tun?

DeepL Desktop-App für sensible Texte (lokale Verarbeitung). LibreTranslate (Open Source, self-hosted) für maximale Kontrolle.

Was du beim Wechsel verlierst: Bei 'sicherer einstellen': Die DeepL Desktop-App verarbeitet lokal — kein Verlust gegenüber der Browser-Version. LibreTranslate ist qualitativ deutlich schwächer als DeepL für Deutsch.
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